Die Geschichte des Motorsports begann im Juli 1894 mit der Wettfahrt Paris – Rouen. Gefeierter Sieger war Graf Albert De Dion auf seinem eigenen, gemeinsam mit Firmenpartner Georges Bouton produzierten 20 PS starken Dampf-Automobil. Auch wenn er im Nachhinein des Reglements wegen zurückgestuft wurde …
Qualifiziert hatte sich für das Rennen auch ein dampfgetriebenes Dreirad, was jedoch das Ziel nicht erreichte. Zudem hatte die Konstruktion mit dem Motorrad, das sich wenig später nach und nach durchsetzte, nicht viel zu tun.
In den folgenden Rennen ab 1895 – die ebenfalls vor allem in Frankreich zur Austragung kamen – verbreitete sich der Einsatz von leichten Dreirädern mit Benzinmotoren. Es waren meist Fabrikate des bereits erwähnten Automobil-Pioniers De Dion, der mit Konstrukteur Bouton auch diese Modelle produzieren lies. Zahlreiche Piloten der Anfangszeit stammten aus dem Fahrradsport, schließlich musste noch immer wieder kräftig mit getreten werden …
Schon bald aber ließen die leichten, nicht einmal ein PS starken Gefährte die Autos hinter sich.
Bereits 1893 entwarfen Alois Wolfmüller und Hans Geisenhof ein Zweirad mit Petroleum- oder Benzinmotorantrieb. Unter diesem Titel erhielt es das Deutsche Reichs-Patent. In der Patentschrift wird erstmals die Bezeichnung „Motorrad“ verwendet. Produziert wurde dieses ab dem Frühjahr 1894 in der Münchener Firma Hildebrand & Wolfmüller.
Ab etwa 1900 wird dann von größeren Sporterfolgen mit Motorrädern, hauptsächlich französischer Marken berichtet. Auguste Bucquet auf einem Werner-Motorrad gelang nicht nur bei der Fernfahrt Paris – Wien im Juni 1902 ein viel beschriebener Sieg.
Aber: den allerersten Triumph mit einem Motor-Zweirad landete schon Jahre zuvor ein deutscher Fahrer auf einem deutschen Produkt … und den bei einer bedeutsamen Veranstaltung mitten in Frankreich!
Davon konnte man bislang kaum etwas erfahren!
Seit geraumer Zeit recherchiert Steffen Ottinger in den zeitgenössischen Berichterstattungen nach den tatsächlichen „Uralt-Geschichten“ des Motorradsports. Sein Ziel ist es, irgendwann auch darüber umfangreich und authentisch zu publizieren.
Neben den berühmten Rennen von Stadt zu Stadt wurden auch Bergrennen wie Nizza – La Turbie, auf den Semmering oder den Exelberg bei Wien veranstaltet.
1904 gipfelte die Entwicklung des Motorradsports im ersten „Grand Prix von Europa“. Auf einem Dreieckskurs bei Dourdan in Frankreich waren Spitzenpiloten aus Frankreich, Deutschland, Österreich und England am Start. Diese „Ur-Europameisterschaften“ wurden bis 1906 ausgetragen.
Ein Jahr später rief man in Großbritannien die „Tourist Trophy“ ins Leben – alljährlich findet das so bekannt gewordenen Straßenrennen noch heute auf der Isle of Man statt.
Die Briten waren es auch, die seit 1903 Geländefahrten mit Motorrädern veranstalteten. Zehn Jahre später wurde unter der Regie der FICM im Norden Englands die erste Internationale Sechstagefahrt ausgetragen, deren Tradition ebenfalls noch heute bewahrt wird.
Selbst in Deutschland gab es in der Anfangszeit diese Städtefahrten, hauptsächlich jedoch Bahnrennen mit Motorrädern.
Es wurden auch weiterhin Motorräder gebaut … und mit Sport-Erfolgen dafür geworben. Nach der Hildebrand & Wolfmüller – die Firma musste bereits Ende 1895 Vergleich anmelden – war es schon vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges vor allem die Marke NSU aus Neckarsulm, die sich auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen machte.
Im Jahr 1920 ermittelte man dann den ersten „Motorradmeister von Deutschland“. Bedingt durch zahlreiche Vorschriften fand die Veranstaltung auf einer Radrennbahn statt, auch der Sieg auf einer NSU-Maschine war kein Zufall.
Ab 1924 fanden bis einschließlich 1939 alljährlich Europameisterschaften – eine Weltmeisterschaft gab es seiner Zeit noch nicht – und Deutsche Meisterschaften im Motorradsport auf der Straße statt.
DKW Motorradsport
„DKW Motorradsport 1920-1939“ … zum Buchinhalt
Die Marke DKW – seiner Zeit in Zschopau nahe Chemnitz produziert – errang 1920 ihren ersten Sieg.
Bei Meisterschaften wurden in der Folge insgesamt 42 Titel, darunter 10 Europameisterschaften gewonnen.
Auch im Geländesport waren DKW-Fahrer sehr erfolgreich, erkämpften unter anderen bei den Six Days 1935 die Internationale Silbervase.
Außerdem wurden auf DKW-Motorrädern zahlreiche Weltrekorde erzielt.
In dem Buch
DKW Motorradsport 1920 – 1939
werden die DKW-Motorradsport-Erfolge chronologisch dargestellt.
Das beginnt mit dem ersten Sieg auf der Bahn im Jahr 1920 und endet mit den letzten großen Triumphen bei der Europameisterschaft und der Internationalen Sechstagefahrt vor dem Zweiten Weltkrieg.
Die Zschopauer Zweitakter bestimmten in dieser Epoche das Renngeschehen ganz entscheidend mit – so umfasst das Buch gleichzeitig die gesamte Geschichte des deutschen Motorradsports jener Zeit.
Verständlicher Weise konzentriert sich der Autor jedoch auf die von DKW besetzten Veranstaltungen und Hubraumklassen.
Format: 210 x 297 mm, Pappband / Hardcover
Autor / Author: Steffen Ottinger
HB-Werbung und Verlag GmbH & Co. KG, 2009
» DKW Motorräder – zum Buchinhalt
ISBN: 978-3-00-028611-7
meine weiteren Bücher
“Rund um Zschopau. Die Geschichte einer Motorradgeländefahrt”, Band 1 und 2
Mit diesen Büchern erhält die Faszination Motorradgeländesport, seit geraumer Zeit Endurosport genannt, neue Impulse für die Zukunft. Es ist ein einmaliger Rückblick, eine Zeitreise von den Anfängen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
“Rund um Zschopau” … mehr über die Bücher erfahren
“Internationale Sechstagefahrt – ISDE – 1987. Jelenia Gora / Polen”
Die Internationale Sechstagefahrt – ISDE – 1987 war der bislang letzte große Erfolg für den deutschen Endurosport. Auch wenn dieser schon fast 25 Jahre zurückliegt.
Die Motorradgeländefahrer aus der damaligen DDR brachten es fertig, sowohl die Internationale Trophäe als auch die Silbervase zu gewinnen.
“Internationale Sechstagefahrt – ISDE – 1987″ … mehr über das Buch erfahren
Telefon: +49 (0)371 56160-0
Telefax: +49 (0)371 56160-19
E-Mail: info@hb-werbung.de
Internet: www.hb-werbung.de